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Letzte Änderung: 17.09.2011

1. Augsburg Marathon
07.08.2011


 


 

 (Bericht+Fotos: Erwin Lionheart Bittel)


Etwas nass im Ziel

Für den Frieden durch den Regen

 

Der 1. Friedensmarathon in Augsburg war schon für 2010 geplant, fiel jedoch aus. Nur findet die Premiere statt, fällt aber ein wenig ins Wasser.
Doch dieses nieselige Wetter finde ich nicht so schlecht zum Laufen.
Das Augsburger Friedensfest wird seit 1648 gefeiert, seit 1985 mit zusätzlich dem Augsburger Friedenspreis (2005: Gorbatschow).
In friedlichen Gedanken laufe ich durch den feuchten Tag.


Noch vor 2 Tagen zeigte der Wetterbericht starke Schauer, und ich war ehrlich ziemlich abgeneigt. Doch dann kommt die Wende: Nur noch Nieseln.
So fahren Harald und ich am viel zu frühen Sonntagmorgen nun also doch nach Augsburg. Gähn, was tun wir nicht alles für ein bisschen Marathon. Ich nehme meine neue wasserdichte Kamera mit (die alte ist beim Ironmän in Roth ersoffen) und hoffe trotz grauem Regentag ein paar Fotos der Stadt zu machen und sie mir etwas zu "erlaufen". "Hey, was laufen wir heute zusammen", fragt Harald, "4 Stunden oder mehr?" - Ich denke so an "3:30 h minus x", und Harald nickt gelassen.

Unser Auto ist ganz nahe geparkt am legendären Rosenau-Stadion (Start+Ziel), 1. Stadion der Bundesrepublik. Wir gehen 1km durch einen Park zur Halle, wo es die Shirts + Nummern gibt. Wie überall wo ich laufe, treffe ich auch hier bekannte Gesichter. Kurze Plaudereien morgens um 8. - In 1 Std. ist Start, aber diese Stunde vergeht im Flug. Auch wie immer. Ich mag diese Vor-Start-Routine, beobachte die kleinen Rituale. Jeder hat so seine. Ich zum Beispiel dehne mich während ich plaudere.

Nur 3min vor dem Startschuss reihen wir uns ein, sorglos plaudernd, alles im Griff. Es ist schon der 30. Marathon für Harald. Los geht's, und wir plaudern weiter. Irgendwie ganz normaler "Alltag". Ich gucke die ersten km auf meine Uhr, flottes Tempo, aber genau mein heutiger Schritt. Harald macht mit, auch wenn es einen Tick zu flott für ihn ist. Wir folgen dem 3:15-Zugläufer, der definitiv zu schnell ist.

Bei km7 verliere ich Harald an einer Getränkestelle. Das passt schon so. Meine Schuhe sind trocken, den kleinen Pfützen weiche ich (noch) aus, mein Uhrwerk läuft. Es gibt wegen dem leichten Nieseln natürlich kaum Publikum. Bei Sonne wäre bestimmt eine super Stimmung hier. Neben mir fließt km-lang die Wertach. Mein Blick verliert sich irgendwo zwischen den dunklen Regenwolken und den grünen Uferbüschen. Ich bin seit langem nicht so zügig unterwegs, merke ich. Km 15, km20, doch das flotte Tempo geht gut heute.

An der Halbmarathonmarke laufen wir am Stadion vorbei, in die 2. Runde. Auf einen Schlag sind fast keine Läufer mehr vor mir. Der Regen wird stets leicht mehr, langsam werden meine Schuhe nass. Und schwerer. Das Kopfsteinpflaster ist rutschig und uneben, ich spüre es deutlicher unter den Füßen als in der 1. Runde. Ebenso die kleinen Anstiege, die jetzt deftiger aussehen. Flach? So würde ich den Marathon nicht nennen.

An der Begegnungsstrecke bei km 27 treffe ich Harald wieder im Vorbeiflug: "Hey, der 3:15er ist immer noch viel zu schnell!" - Und die 3:30-Zugläuferin kurz danach auch mit ihrem Luftballon.

In mir versunken gleite ich in absolut ruhigem Schritt an den km-Friedens-Schildern vorbei. Hin und wieder ein kurzer Blick auf die Uhr: Alles konstant.
Sicher bin ich mir nicht, ob dieser schnelle Schritt bis ins Ziel hält. Doch ab km 32 verfliegt auch dieser letzte Gedanke. Immer noch hole ich Läufer ein, grüße leise im Vorbeiziehen und auf den letzten 500m bin ich wach, freue ich mich auf den Einlauf ins Stadion. Feurig empfängt uns der bekannte Marathonsprecher
Arthur Schmidt (hier aufgewachsen) und begrüßt jeden vor dem überdachten Publikum. Super, bist ein Profi!

Während ich auf Harald im Ziel warte, klatsche ich die nach mir Ankommenden ab. Ich freu mich mit ihnen, dass es doch ganz gut gelaufen ist. Immer wieder einen Becher Isogetränk, und als Harald dann kommt machen wir uns über die Melonen her. Weil es doch schnell kalt wird im mittlerweile kräftigen Regen, packen wir uns 2 Brezeln ein und suchen das Trockene und die (kalte) Dusche in der Halle (1km weiter). Immer noch in lockerer Routine und plaudernd, nur mit etwas schweren Beinen, machen wir uns plaudernd auf den Heimweg.

Wenn die Sonne strahlt kommen wir 2012 wieder. Aber nur mit Sonne!

Euer Lionheart mit tropfendem Hut


Bilder (alle Bilder im Großformat gratis hier zu haben)

Unterlagen abholen in der Sporthalle

Ja wer ist denn da? Leon und Julia

Guten Morgen, was machen wir denn heute? ...

...Julia den Viertel-, Leon den Halb-Marathon

Vorbei am Zieleinlauf-Rosenaustadion zum Start dahinter...

...jedes km-Schild ist ein "Meilenstein des Friedens" (Friedensstifter)

Harald, bist Du bald fertig?

Es ist feucht, aber regnet noch nicht. Auf zum Start...

...alles ist versammelt, wir kommen geradeso pünktlich

"Na, was das heute wohl wird?"...                                   (Foto: Bernie Manhard)

...das mögen sich alle jetzt denken

Der hier...

...und dieser Läufer...

...und die da guckt auch verloren...

...besorgt und nachdenklich...

...Mamma mia, gleicht geht's los!!!

Hallo Bernie, bin schon wach, denn die Start-Fanfare (kein Knall) ist ertönt...

...eh, was sagst Du? Ach so, los geht's          

Fröhlich plaudern uns Harald und ich...

....durchs Start-Tor (schon kurz danach geht's bergauf)

Km2 (Meilenstein 2): Die erste Wende (weitere 15 folgen!)

So viel Applaus werden wir erst wieder im Ziel haben

Guten Morgen!

1. Verpflegung, Harald und ich nehmen flott einen Wasserbecher

Begegnungsstrecke: Schön wenn man die anderen sieht

2. Verpflegung: Noch ist nur der Becher nass, es nieselt wenig

Km15: Philip (520) erkennt mich am Hut: "Hey bist Du aus Nürnberg?"

...ja, aber Moment, jetzt ist erst mal paar Sekunden voll Samba

Die VP nach dem Anstieg: "Ja, gut schaust aus mit Hut!"

Schnapp ich mir einen Becher (Philip hinter mir) und weiter nach der...

... typischen "Lauffotografen-Pirouette"

Das Augsburger Rathaus mit etwas Publikum und...

...heißen Trommlern

Schon wieder eine Begegnungsstrecke, schön

Durch den Park bei km20

Applaus! Etwas Regen stört doch nicht

Im Eilschritt am Stadion vorbei (kurzer Blick rein) und in die 2. Runde...

...an der leisen Wertach entlang. Das Nieseln nimmt zu

Kaum mehr Läufer um mich. Über die hier rauschende Wertach...

...wieder in die Alleestrasse (Wendestrecke), wo ich bei km25...

...Harald wiedertreffe (1km hinter mir): "Ey, der 3:15er ist aber viel zu schnell"

Still + einsam mit schweren nassen Schuhen tappe ich der Wertach entlang

Erst der fetzige Zielsprecher Arthur weckt mich auf (man hört ihn schon 1km vorher). Ich suche eifrig meine Startnummer. Wo ist sie? - Sie ist mir vom Regen zerweicht abgefallen. Ups!! Kurz zurück, aufheben und...

...im Ziel wieder entfalten das Papier-Ding

Nächstes Mal fällt sie nicht mehr ab, ich beiße mich einfach dran fest

Kurz nach mir kommt Hans-Jürgen, wir kennen uns...

...plaudern ein bisschen und stellen uns trotz Regen gern vor die Kamera

Weiter warten, wer kommt als nächstes?

Unglaublich, da kommt ja schon Philip!

"Es lief richtig gut heute", sagt er locker...

...und ich gratuliere

Und schon trifft Harald ein, mit einem Lächeln breiter als das Zieltor. Er ist durch die nicht einfache Strecke erstaunlich flott durchgekommen.

Zuerst ein paar von den bunten, Becher, und als ich sie entdecke...

...mit Hurra zu den knackigen Sommer-Melonen.

Tanja (erschöpfte 3:30-Zugläuferin) braucht das jetzt auch dringend

Noch ein bisschen Stretching, und dann wird es kalt, ab in die Halle

Schade, dass man wegen dem Regen die schönen Türme und alten Bauten der schönen Fuggerstadt nicht so erleben konnte.

Schnell kühlen wir im Ziel aus, suchen die trockene Sporthalle. Harald beißt sich dort begeistert an der Ergebnisliste fest:
"Hey, Du bist Zweiter geworden!" -
"Mist", entfährt es mir spontan, "wenn ich das gewusst hättet wäre ich 15min langsamer auf Platz 4 gelaufen".

Nee, im Ernst, gut ist das schon. Ich wusste am Start nicht, dass ich das so locker, konstant und ruhig laufen kann.
"Ab km30 war mir klar, dass ich das genau so beenden werde wie ich es angefangen hab, Harald, siehste, auch ich hab vor jedem Marathon Respekt".

 


Infos:
www.friedensmarathon-augsburg.de  (Finisher Marathon: 535, Halbmarathon: 692)


Link: Bernies Heimspiel-Bericht und Philips Heimspiel-Bericht

 

 

  
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