Wir haben feste trainiert bis 4 Wochen vor dem Start das Unheil
seinen Lauf nahm. Erst hat meine Achillessehne mal wieder so richtig
gestreikt und gezickt und dann bekam Katja die Masern. Also saßen wir
beide daheim rum (wie gebrechliche Invaliden) anstatt unsere
Trainingsrunden zu drehen. Da wir aber bereits Flug, Leihwagen, Bed &
Breakfast und die Startgebühren entrichten hatten und uns von solchen
Kleinigkeiten nicht unterkriegen lassen wollten, machten wir uns dennoch
auf den Weg: Flieger nach Dublin, und mit dem Auto bis nach Dingle (im
Südwesten Irlands bei Killarney). Keine 9 Stunden später und nach
einigen „Hilfe, schon wieder die falsche Straßenseite“ waren wir am
Ziel. Das Wetter: Irisch, also Wind, Regen, Sonne im schnellen Wechsel.
Und immer wieder die Frage: Laufen oder nicht laufen? Halbmarathon oder
die ganze Strecke?
Wir beschlossen, uns ganz spontan während des Laufens zu entscheiden.
Es war an diesem einen Tag richtig warme 20°C, die restlichen Tage
unseres Aufenthalts hat es gestürmt und geregnet. Als ob das Wetter
gewusst hat, dass es wichtig ist. Bedingt durch die Masern und den
Trainingsrückstand war es ab km 30 für Katja schwer und wir sind viel
gegangen. Aber egal, das Ankommen war das Wichtigste!

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Endlich war es Samstag: Wecken um 7 Uhr.
Das Full Irish Breakfast haben wir dankend abgelehnt und dann aufgeregt
auf das Abenteuer gewartet. |

Start 9.00 Uhr (die Ultraläufer waren da schon 3 Stunden unterwegs).
Das Wetter war relativ unirisch, kühl, windig und meist sonnig! |

Das Maskottchen von Dingles Aquarium auch schon auf den Füßen und für
uns in Pose geworfen |

Hier die Zugläufer für Halbmarathon und Marathon |

Ab geht es auf die Strecke. Für eine kleine Marathonveranstaltung
eine Menge Leute... |

...und alle laufen auf der falschen Straßenseite |

Vorbei an schönen irischen Häusern... |

...hinein in das gefährliche irische Tierleben: |

Wilde Hunde... |

...wilde Pferde... |

...ein wildes Schaf... |

...und wilde Kampf-Kälber... |

...noch ein Pferd... |

...und ein grimmig drein guckender Esel. |

Katja lacht und ist fröhlich, ihre Masern sind
vergessen... |

...und ich freue mich mit ihr |

Vorbei an wilden Lilienhecken (oder so ähnlich)... |

...zu den ersten Klippen ans Meer |

Eine Verpflegungsstelle mit echten Irinnen, freundlich, fröhlich und
spaßig |

Es gab immer wieder Läufer, die uns gerne fotografierten |

Und jetzt kommt der Grund, warum Katja gerade diesen Lauf laufen
wollte... |

...Landschaft... |

...mehr Landschaft... |

...dramatisch viel mehr Landschaft.... |

...und noch mehr Landschaft. |

Die Blasket Islands |

Der Anstieg zum Mount Brandon: Nachdem es uns sooo gut ging haben wir
beschlossen, doch den ganzen Marathon zu laufen |

Dazwischen zum Ansporn mitten im irischen Nichts... |

...und an der Wendeschleife ein echter irischer
Leprechaun. Der
irische Naturgeist sprach
Katja Mut zu.
Wir befanden uns hier schon bei Meile 21, Katja wollte geradeaus und
begann mit dem Streckenposten zu diskutieren. Sein Argument, dass das
nur ein kleiner Umweg ist, der zu den 26,2 Meilen dazugehört, war schwer
zu akzeptieren. Erst am Wendehütchen in Gesellschaft des Leprechauns
wurde ihre Laune wieder besser – und weiter ging es Richtung Ziel. |

Angekommen – Katja hat ihren 1. Marathon erfolgreich beendet. |
Im Ziel hat sie nur noch geweint, bis eine Irin zu ihr kam, sie
einfach in den Arm genommen hat und meinte: Don't cry, my sweetheart!
You've finished the race! Be proud and smile! Die Iren sind unglaublich!
Ich hatte in der Zeit versucht, was zu essen und zu trinken für sie zu
organisieren. Es war aber nix mehr da. Auch so sind die Iren.Nach einer
langen, heißen Dusche sind wir langsam losgezogen und haben uns mit
allem wichtigen eingedeckt und abends im Pub gefeiert. Wir haben dort
eine Engländerin getroffen, die schon 21 mal den Berlin Marathon
gelaufen ist. Und die hat sich auch gleich nach Katjas Zustand erkundigt
und ihr ganz herzlich gratuliert. Ausruhen, Essen, Trinken und Feiern stand jetzt auf
der Tagesordnung.
Und Katja war froh, dass nicht nur sie zur Bar humpelte, sondern jede
Menge Mithumpler fand J
Eure Barbara
Infos:
www.dinglemarathon.ie
(Finisher: Marathon=350 21km=1.300)
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