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Letzte Änderung: 01.10.2011

Dingle Marathon
(Irland)
03.09.2011



 

 (Bericht+Fotos: Barbara Janßen)


...auf der herrlich grünen Insel

 

Katjas 1. Marathon

 

Es sollte meiner Schwiegertochter Katjas 1. Marathon werden. Und sie durfte sich einen aussuchen.
Warum ihre Wahl auf einen der wirklich schweren fiel? Die Bilder sprechen für sich.


Wir haben feste trainiert bis 4 Wochen vor dem Start das Unheil seinen Lauf nahm. Erst hat meine Achillessehne mal wieder so richtig gestreikt und gezickt und dann bekam Katja die Masern. Also saßen wir beide daheim rum (wie gebrechliche Invaliden) anstatt unsere Trainingsrunden zu drehen. Da wir aber bereits Flug, Leihwagen, Bed & Breakfast und die Startgebühren entrichten hatten und uns von solchen Kleinigkeiten nicht unterkriegen lassen wollten, machten wir uns dennoch auf den Weg: Flieger nach Dublin, und mit dem Auto bis nach Dingle (im Südwesten Irlands bei Killarney). Keine 9 Stunden später und nach einigen „Hilfe, schon wieder die falsche Straßenseite“ waren wir am Ziel. Das Wetter: Irisch, also Wind, Regen, Sonne im schnellen Wechsel. Und immer wieder die Frage: Laufen oder nicht laufen? Halbmarathon oder die ganze Strecke? Wir beschlossen, uns ganz spontan während des Laufens zu entscheiden.

Es war an diesem einen Tag richtig warme 20°C, die restlichen Tage unseres Aufenthalts hat es gestürmt und geregnet. Als ob das Wetter gewusst hat, dass es wichtig ist. Bedingt durch die Masern und den Trainingsrückstand war es ab km 30 für Katja schwer und wir sind viel gegangen. Aber egal, das Ankommen war das Wichtigste!
 

 

 

Endlich war es Samstag: Wecken um 7 Uhr.
Das Full Irish Breakfast haben wir dankend abgelehnt und dann aufgeregt auf das Abenteuer gewartet.

Start 9.00 Uhr (die Ultraläufer waren da schon 3 Stunden unterwegs).
Das Wetter war relativ unirisch, kühl, windig und meist sonnig!

Das Maskottchen von Dingles Aquarium auch schon auf den Füßen und für uns in Pose geworfen

Hier die Zugläufer für Halbmarathon und Marathon

Ab geht es auf die Strecke. Für eine kleine Marathonveranstaltung eine Menge Leute...

...und alle laufen auf der falschen Straßenseite

Vorbei an schönen irischen Häusern...

...hinein in das gefährliche irische Tierleben:

Wilde Hunde...

...wilde Pferde...

...ein wildes Schaf...

...und wilde Kampf-Kälber...

...noch ein Pferd...

...und ein grimmig drein guckender Esel.

Katja lacht und ist fröhlich, ihre Masern sind vergessen...

...und ich freue mich mit ihr

Vorbei an wilden Lilienhecken (oder so ähnlich)...

...zu den ersten Klippen ans Meer

Eine Verpflegungsstelle mit echten Irinnen, freundlich, fröhlich und spaßig

Es gab immer wieder Läufer, die uns gerne fotografierten

Und jetzt kommt der Grund, warum Katja gerade diesen Lauf laufen wollte...

...Landschaft...

...mehr Landschaft...

...dramatisch viel mehr Landschaft....

...und noch mehr Landschaft.

Die Blasket Islands

Der Anstieg zum Mount Brandon: Nachdem es uns sooo gut ging haben wir beschlossen, doch den ganzen Marathon zu laufen

Dazwischen zum Ansporn mitten im irischen Nichts...

...und an der Wendeschleife ein echter irischer Leprechaun. Der irische Naturgeist sprach Katja Mut zu.
Wir befanden uns hier schon bei Meile 21, Katja wollte geradeaus und begann mit dem Streckenposten zu diskutieren. Sein Argument, dass das nur ein kleiner Umweg ist, der zu den 26,2 Meilen dazugehört, war schwer zu akzeptieren. Erst am Wendehütchen in Gesellschaft des Leprechauns wurde ihre Laune wieder besser – und weiter ging es Richtung Ziel.

Angekommen – Katja hat ihren 1. Marathon erfolgreich beendet.


Im Ziel hat sie nur noch geweint, bis eine Irin zu ihr kam, sie einfach in den Arm genommen hat und meinte: Don't cry, my sweetheart! You've finished the race! Be proud and smile! Die Iren sind unglaublich!

Ich hatte in der Zeit versucht, was zu essen und zu trinken für sie zu organisieren. Es war aber nix mehr da. Auch so sind die Iren.Nach einer langen, heißen Dusche sind wir langsam losgezogen und haben uns mit allem wichtigen eingedeckt und abends im Pub gefeiert. Wir haben dort eine Engländerin getroffen, die schon 21 mal den Berlin Marathon gelaufen ist. Und die hat sich auch gleich nach Katjas Zustand erkundigt und ihr ganz herzlich gratuliert. Ausruhen, Essen, Trinken und Feiern stand jetzt auf der Tagesordnung. Und Katja war froh, dass nicht nur sie zur Bar humpelte, sondern jede Menge Mithumpler fand J


Eure Barbara


Infos:
www.dinglemarathon.ie  (Finisher: Marathon=350  21km=1.300)
 

 

  
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