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Letzte Änderung: 23.07.2012
 
Am Start: Ein kleines Häufchen...

2. Night-52 Ultra
in Bretten/Kraichgau
14.07.2012



 

 (Bericht+Fotos: Lionheart Bittel)


...läuft durchs Kraichgau

 

Ergebnis 52 : 52

 

Wer kennt Bretten nicht? - 30.000 Einwohner, unweit Pforzheim und Karlsruhe, direkt am Schwarzwaldrand. Es ist die Stadt eines gewissen Herrn Melanchthon, hier 1497 geboren: Philosoph, Humanist und lateinischer Dichter. Und treibende Kraft als Theologe neben Martin Luther. Aha, deswegen gibt es hier 2 Gymnasien und 10 Schulen.   Und die Stadt hat ein abwechslungsreiches Landschaftsbild, das „Brettener Hügelland“, was Läufer wohl mehr interessiert.


Nachdem das Wetter plötzlich regenlos werden sollte, entschied ich mich spontan 2 Tage zuvor
mitzulaufen. In die Nacht (was ich normalerweise nicht mag, da schlafe ich lieber, aber bis 24.00 Uhr? Das ist OK). - Ich hab die letzten 2 Tage seit ich mich entschieden hatte, genau aufgepasst wann es absolut dunkel ist: 22.15 Uhr. - Lydia sagte spontan zu, selbst wenn es nicht für die vollen 52km reichen würde. Ausgemacht: Bis zur VP km8 laufe ich mit ihr, gemeinsam am Ende des Feldes, langsam los, plaudernd. Hinten laufen alle zu zweit. Es sind auch 5 der 7 teilnehmenden Frauen hier. Mit Frau ist das ja auch netter. Es ist schwülwarm, nach dem heftigen Duscher vor dem Start, 21°C, die Sonne leuchtet kräftig von schräg. Schöne Bilder der Weizenregion Kraichgau. Und es ist ganz schön hügelig hier. „Rampen“ gibt’s von Beginn an, und lange Steigungen. Klar, 900 Höhenmeter…

Gemütlich anfangen, dann in meinen Schritt fallen, bis es dunkel wird.
Da sollte dann für mich ohne Licht nichts mehr gehen. Also hab ich mir einen mit Licht suchen müssen…


Bilder aus Bretten
(alle Bilder im Großformat gratis hier zu haben)
 

Sportzentrum...

...am Simmelturm (aus 1350)

Simone Geist, die Chefin des Lauftages

Kleine Anmeldung hinter der Sporthalle

Vor dem 52-Start sind Kinderläufe (+5km, 10km). Einige Kinder erwischt es duschnass. Hier die Führende des Kinderlaufs...

...die Letzten (einfach süß!)

 

Genaue Kontrolle: Welcher Sprössling lief wie?

Danach gibt's Gegrilltes

45 min vor dem Start der Ultras duscht es

Dann ist es schnell wieder trocken, die Band spielt

Abgabe Eigenverpflegung für die 6 Getränkestellen: Fast leer

Deponierung der Läuferbeutel

Pit: Wir warten den Start der 10km-Läufer ab...

...ja wer ist denn da? Die Staffelstein-Annette (s. Bericht)

Da kommt der rasende Pulk der 10er...

...danach machen wir 52 uns auf zum Start

Olaf der "Berufs-Zugläufer", heute mal außer Amt

Lydia steht in der 1. Reihe (da stehen hier alle)

Lionheart (holla, neben der Nummer 1)

Noch 3 Minuten...

...Zeit für ein paar Worte...

...zur Renntaktik?

In 10 sec geht es los, unser sehr überschaubares Häuflein...

Mehr als 52 möchte man beim Night-52 nicht haben.
Annette, Olaf und noch ein paar Läufer kenne ich,
andere kennen mich. - Die Hälfte fast.

Oh, ich glaube ich gehöre zur Szene  ;)

 

Auf in die Nacht


Zuerst geht es eine Runde...

...mit Applaus...

...durch die Gassen von Bretten (2km)

Die schnellsten 10er kommen von hinten: Eine Gasse frei halten!

Hier das hintere Ende der 52er (mit der freien Gasse)

Locker laufen wir los

Ein Stimmungsnest vor einer Kneipe

Hier trennen wir uns von den 10ern: Nach rechts...

Die glorreichen 4 Schluss-Läufer verlassen die Stadt...

...und sofort kommt eine "Rampe"!

Fast oben: Ab jetzt immer den grünen Pfeilen folgen!
 

Bretten auf wiedersehen (oder nicht, denn es wird dunkel sein bei unserer Rückkehr)

Die Kornfelder des Kraichgau

Enger Feldweg mit Pfützen

Lydia gut unterwegs

Lionheart dahinter

Vor uns ein Läufer

Neben uns viel Getreide

Immer den grünen Pfeilen folgen

Lydia im Bergab-Schritt

Garantiert rein

Wir laufen schon wieder durch ein schönes kleines Tal

Des Läufers Freiheit ist die Natur

Wir erreichen die VP1 (km8) in Sprantal an der Kirche...

...wir schwitzen und Trinken ist jetzt nötig

Ciao Lydia, lauf gut!

Ab jetzt überhole ich...

Kati: "Machste bitte ein Foto von uns"? Klar.

Nach wieder einem kräftigen Anstieg...

...kommen weitere Kornfelder

Ich hole Olaf ein, ein kurzes Plaudern, dann ziehe ich weiter

Die nächsten beiden (Nr. 10 + 11 von hinten, ich zähle)

Fast hätte ich den kleinen grünen Pfeil übersehen!

Aufwärts in die hohle Gasse

Hier lohnt es sich die Augen offen zu halten: Genialer Blick im Brettener Hügelland

Hier liegen aber viele Zapfen zum Kicken! (s. Bericht)

20:30 Uhr: Im Wald wird es schon düster

Wir nähern uns wieder einem Dorf

Ihr wollt mitlaufen, gell?

Ich überhole Dieter

Die Schatten werden laaang!

Ein Hindernis, dann kommt...

..km15, ich nehme 2 Becher Wasser

Ein schöner ruhiger Weiher mit Restaurant

Vor mir ist kein Läufer zu sehen

Kuhle Kuh

Ein besonderer Berg da hinten

Ich überquere die Bahnlinie nach Bretten

Plötzlich wir die düstere Nacht bunt: Ein Blumenfeld

Gut zu sehen (immer noch): die grünen Pfeile

Strasse nach nirgendwo. - 500m vor mir eine Horde Läufer...

...neben mir eine Horde Schafe

Angler beim Plaudern...

...Abendstille am See

Der Anstieg führt in den Himmel

Wieder hole ich einen Läufer ein, Nr. 20, es ist...

...Pit, der mal mein Buch gekauft hat (s. Marathon des Sables)

Ich genieße diesen grandiosen Blick

Km24: Jetzt viel trinken, an der Wechselstelle Staffel, denn...

...für 10km kommt dann nichts mehr

Schottenrock & Friends

In der Ferne, kaum zu sehen, ein grüner Punkt, der nächste Läufer ist weit

Ich liebe den Sonnenuntergang

Abendliches Stillleben mit Pferden

Zwielicht

Da ist ja der "grüne Punkt"

Kommen jetzt Weinberge?

22:00 h: Der Weg ist noch gut zu sehen, aber nicht mehr lange

Oh, tatsächlich, ich laufe durch Weinberge. Alleine.

Es ist lauwarm, Weinreben...

..vor nachtblauem Himmel. Ist es nicht herrlich hier!

Schlafsack raus und hier bleiben? eine Idee, aber bin nicht müde
 

Mitten durch die Weinhänge

Das Ende des Sonnenuntergangs, die Nacht bricht herein

Km30: So gut wie dunkel: "Eh bist Du die 1. Frau"?
 - "Nein. Das ist mein schlechtester Lauf heute"

Das nett beleuchtete Waldenser-Museum
 

Die Kirche von Großvillars (ich finde den grünen Pfeil fast nicht)...

...zum Glück endlich Verpflegung (km34)

Danke für das Malzbier!

Ich sehe nichts mehr, meine Kamera auch nicht

Im Straßenlampen-Schein: Das letzte Publikum für heute?
 

Hier kommt die Nacht (Einziger Gedanke: Wie werde ich den Weg weiter finden?)

Gedanken der Nacht

Ab km 40 sehe ich schwarz. - Was denkt man im Dunkeln? Es ist wie im Tunnel laufen, oft sehe ich den Boden nicht. Es wird zur Glückssache nicht zu stolpern. Ab und zu ein heller Pfeil vor meinen Füßen, kurz zu erkennen: Puh, wieder mal gut gegangen! Plötzlich taucht in der Ferne des völlig schwarzen Walds ein Licht auf, schwach und leicht schwankend. Das muss ein Läufer sein! - Juhu! Meine Rettung. - Major Tom, ein Licht führt mich, ich komme. Ich gebe Gas bergauf, meine einzige Chance näher zu kommen.  

VP km44: Ich habe Manfred seit 2km eingeholt. Mir einen Becher Wasser reichend sagt eine nette Frau:
"Was, Du hast keine Stirnlampe? Du siehst ja überhaupt nichts! Wie machst Du das?"
Lionheart: "Stimmt, ich sehe nichts. Aber ich bin gut im Raten".  - Seltsam, dass immer noch ein Stück Humor mitläuft.
Beim Trinken spreche ich ihn an: "Hallo, wer bist Du denn?" -  Manfred. - Ich lauf dann mit Dir die 8km bis ins Ziel, OK? Jaja, sagt Manfred: "Aber ich laufe meinen eigenen Schritt". - Klar, ich passe mich an. – Manfred nach einer Weile: „Weißt Du, dass wir um Platz 8 kämpfen“? Hey Manfred, Du bekommst Platz 8, denn ich kämpfe nicht.

Km46: Es wird sehr hart für ihn, er schnaubt heftig, doch sein Schritt bleibt schnell und konstant. Zum ersten Mal muss er bergauf gehen, 200m. Es soll jetzt nur abwärts gehen, hat ihm jemand gesagt. Irrtum. Auch er ist zum 1. Mal hier. Es folgt ein Anstieg. Nicht der letzte heute. Manfred kämpft und ich bin froh nicht alleine zu laufen, dass ich ein Licht habe, das den Weg findet. Manfred stört das nervende wackelige Gefunzel. Es wird alles hart für ihn. Ein Krampf kündigt sich an. „Manfred, denk nicht dran, dann kommt er auch nicht“. Jetzt auch noch unebener Feldweg, ein paar scharfe Kehren. Uff, gerade noch den Pfeil gesehen. In Sekundenschnelle packt Manfred seine lästige Stirnlampe weg, genau als wir die letzten (langen) 2km im Stadtgebiet von Bretten erreichen. Endlich. Er kennt sich aus im Labyrinth der Altstadt. Ich wäre einige Male falsch gelaufen. Wir traben wackelnd übers Kopfsteinpflaster, hart für die Füße. Und durch die immer noch an Kneipen ab und zu besetzte Fußgängerzone. Dann noch mal rauf, und endlich: Die Fackeln und die Sportplatzrunde! - Wow, wir werden empfangen mit viel Applaus der doch noch zahlreichen Wartenden. Danke! Leider gibt es kein Feuerwerk mehr, das ist nur für Sieger+Siegerin. Vielleicht gibt es das 2013 auch zur Siegerehrung wenn wir alle dabei sind?

Bilder der blauen Nacht


"Da kommt wieder einer": Extra für mich gibt's ne Wunderkerze!

Km40-Futterstelle in Gölshausen : "Komm iss was"...

...verlockende Auswahl, aber ich trinke lieber nur 2 Becher

Tolle Nachtstimmung vor der Kneipe

Die Strasse gehört mir. Hier finde ich die Grün-Pfeile noch. Danach wird es unmöglich. Doch es kommt ein Licht daher...

Km44-Posten: Ich trabe seit 1km hinter einem Läufer mit Stirnlampe. Und da bleibe ich jetzt! Bis ins Ziel...

Einlauf in die Sportplatzrunde: Mit Fackeln leuchtet der Weg...

...dort hinten ist das Ziel (s. Video "Anflug")

Manfred hat es ohne Krampf  ins Ziel geschafft. Wir sind gleich alt, erfahre ich unterwegs, und er erzählt mir die Geschichte...

...von seinem Sohn Manuel, der überraschend mitmacht.
Erste Frage im Ziel: Ist Manuel ausgestiegen? (Nein)

Kurz vor Mitternacht im Ziel

Immer wieder tauchen Licht+Läufer aus dem Dunkel auf...

...und werden stimmungsvoll im Ziel empfangen

Steffen Bayer, der 36jährige Sieger des Tages...

...gratuliere!

Im Ganzen gesehen: Ein sehr schöner Landschaftslauf, wer es einsam mag. - Ich kann nachts wirklich gut sehen, bin sehr trittsicher und immer aufmerksam. Doch ohne Stirnlicht ist der Night52 nicht zu machen! - Einen Trinkrucksack? Braucht man nicht unbedingt, wenn man vorher weiß, dass es km24-34 nichts gibt: Ich habe bei km24 (Staffelwechsel) 1 Becher mehr getrunken und bei km34 fleißig und in Ruhe 2 Becher nachgeholt. Dann gehst. - Eine Jacke? Ist sinnvoll, wen es schnell fröstelt. Bei mir ging es problemlos ohne bei im Ziel 14°C. Dann aber schnell duschen und warm anziehen. Das ist easy, weil alles 10m neben dem Ziel ist. Und die Duschen sind schön heiß! Danach noch viel Bier im Ziel (für mich Malzbier), ich genieße 4 Schoko-Muffins, und jeder findet alles was ihm jetzt gut tut.
 

Euer Lionheart (auch 52)



Infos:
www.night52.de  (Teilnehmer begrenzt auf 52)

Links:

Blog-Bericht von Kati  

 

  
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