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Team Bittel Regensburg 2001 Team Bittel
  

Mein Bericht vom Marathon am 27.5.2001 in Regensburg

Literaturtipps zum Thema Marathon

 

Infos, Fakten, Tipps von Thomas Schmidtkonz

Thomas Schmidtkonz

Hauptseite von Thomas

 

Mein Zieleinlauf nach 3:57:57

Inhaltsverzeichnis

Prolog Der Tag zuvor Die Stunden vor dem Start
Die erste Hälfte Die zweite Hälfte Fotos von Zieleinläufen
Leser Mails  Mein "Marathonengel" antwortet  
1. Frage
Welcher Marathon 
ist Deutschlands wichtigster Marathon?
Berlin
Hamburg
Köln
München
sonstiger
Stimme abgeben
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2. Frage
Wie hilft Dir PowerGel, Squeezy oder ähnliche Kohlenhydrate gegen den Mann mit dem Hammer beim Marathon?
Sehr gut
Gut
Wenig
Nicht
Noch nicht probiert
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Prolog

Ich hatte es mir so einfach vorgestellt:
Ein lockerer Marathon knapp unter 4:00. Ganz so locker wurde es dann allerdings doch nicht...

Ich hatte gegen drei ganz persönliche Feinde anzutreten: Backofenhitze, hohe Ozonwerte und Pollenflug

Der Tag zuvor

Als ich mir am Samstag die Startunterlagen hole herrscht strahlender Sonnenschein und ich hoffe, dass das Wetter am nächsten Tag kühler wird. Leider werden meine Wünsche nicht erhört werden...

Der Tag zuvor ist in Regensburg immer besonders schön. 
Ich genieße die für eine doch so gut besuchten Marathon familiäre Umgebung und das erstaunlich gute Nudelgericht.

Die Stunden vor dem Start

Andy - Thomas - Oliver

Ich reise frühmorgens mit Andy und Oliver, die sich an die Halbmarathon-Distanz heranwagen wollen an.
Wir genießen gemeinsam die Vorfreude zum großen Ereignis.

Wir stretchen uns und laufen uns etwas warm.

Dann betreten wir die Startblocks. Durch meine Zeit von 3:44 in Hamburg habe ich mich erstmals für den mittleren Startblock hoch offiziell qualifiziert.
Ich betrete diesen mit stolz geschwellter Brust, obwohl keiner kontrolliert, ob man was in dem jeweiligen Block verloren hat.

Im Startblock ist schon fast wieder so eine Hitze wie im Vorjahr.
Also sagte ich mir: "Gehe es langsam an!".

Leider machen die Veranstalter im Startblock nicht so eine gute Stimmung so wie z.B. in Hamburg oder München, aber dafür sind wir Teilnehmer trotzdem gut gelaunt...

Gemeinsam zählen wir die letzten 10 Sekunden zum Countdown runter ...

Die erste Hälfte bis Kilometer 21,0975 - Die Hitzeschlacht beginnt

Und es fällt der Startschuss aus einer lauten Kanone. 
Mit dem Lied "Keep on running" begleitet uns eine Band über die Startlinie.
Es ist schon am Anfang unerbittlich heiß und der Asphalt heizt sich immer mehr auf. So gehe ich die ersten fünf Kilometer klugerweise langsam an.

In der Altstadt herrscht so bei km 3-4 eine gute Stimmung und es spielen einige recht gute Bands. Eine Rockband heizt mit Hardrock so richtig gut ein. Es folgt Jazz-Musik. Also von Rock, über Jazz, Samba und Volksblasmusik wird uns alles auf der Strecke geboten.
Leider konzentriert sich das auf die Altstadt und nicht auf der langen Gerade Richtung Barbing hinaus, wo die Strecke doch sehr langweilig ist.

Irgendwo bei Kilometer 7 sehen wir bereits die Führungsgruppe entgegenkommen, die schon den Wendepunkt und damit an die 12 km hinter sich haben. Dort wird ein Wettkampf von 2 Russen gegen Schwarzafrika ausgefochten. Diesmal wird dabei der Russe die Oberhand gewinnen, da speziell die Kenianer gegen die Hitze erstaunlich empfindlich sind. 
Na ja, denke ich mir, in deren Geschehen werde ich nicht eingreifen...
Bereits bei der ersten Trinkstelle habe ich mich mit Wasser übergossen und so tue ich es auch bei der nächsten und so immer fort. Das lindert dann immer wieder für ein paar Hundert Meter etwas die Hitze.
Hinter km 5 habe ich dann einen Gang hochgeschaltet und laufe die nächsten 20 km für die Verhältnisse doch relativ schnell.
Bei Kilometer 10 den ich in 53:30 passiere, dürfen wir wenden und die ewige Gerade auf einer breiten Asphaltstraße wieder zurücklaufen. Und der aufgeheizte Asphalt bringt uns fast zum Kochen...
Nun guck ich immer wieder, ob ich Andy sehe. Aber ich habe kein Glück. Als ich dann gerade bei der nächsten Verpflegungsstelle mein Getränk aufnehmen will höre ich Andy rufen, der zusammen mit Oliver das Stück bis zum Wendepunkt noch vor sich hat. Ich bin froh, dass sie es nicht zu schnell angegangen sind. 

Bei Kilometer 12 läuft plötzlich Erwin neben mir. Er begleitet eine Laufschülerin in der Halbmarathondistanz
Er hat mal schnell die Richtung gewechselt. Wir plaudern etwas miteinander und dann ist wieder weg um zu seinen Schützling zurückzukehren.
Ich denke mir: Etwas Schatten wäre jetzt nicht schlecht aber nirgendwo ist auf dieser endlosen Geraden einer zu finden.
Mein Puls bleibt aber ganz gut unter Kontrolle. Wo es geht kühle ich mich mit Wasser ab. Leider sind nur alle 4-5 km Erfrischungsstellen zu finden. Leider haben da die Veranstalter trotz der Hitzeschlacht vom Vorjahr nichts dazu gelernt. Eigentlich schade bei einer so ansonsten guten und reibungslosen Organisation der Veranstaltung.
Gut dass ich da noch meine Fläschchen dabei habe um auch mal zwischendurch eine kleine Erfrischung zu mir zu nehmen.
Außerdem gibt es an der Strecke wieder einige Privatinitiativen und sei es nur ein Gartenschlauch.

Hinter km 14 endet die langweilige breite Straße und wir laufen durch ein hübsches Stadttor wieder in die Altstadt.
Die Eiserne Brücke bringen wir so ordentlich in Schwingung, dass wir seekrank geworden wären, wäre das noch ein paar Kilometer so weiter gegangen.
Von der Steinernen Brücke hat man dann einen tollen Blick auf die Altstadt und dem Dom. Das ist die schönste Stelle dieses Stadtmarathons.
Und weil es so schön ist, folgt in den engen Gassen der hübschen Altstadt so um Km 17/18  die meisten Zuschauer, Bands usw. mit der besten Stimmung. Also das entschädigt uns gewaltig für die harte Strecke bis zur Wendung draußen.
Zu dieser Zeit fordert die Hitze schon bei manchem ihr Tribut und so überhole ich bereits die ersten "Geher". Aber mir geht es immer noch sehr gut.

Die letzten 3 Kilometer bis zum Ende der ersten Runde sind dann wieder etwas langweiliger und da zieht sich die Strecke auch etwas in die Länge.
Bei KM 20/21 habe ich dann plötzlich Schmerzen an der Außensehne des rechten Knies.
So überlege ich mir schon, ob ich zum Halbmarathon-Wettbewerb abbiegen soll und die zweite Runde sausen lassen soll.
Aber dann sagte ich mir "Sch... drauf die nächsten 21 km schaffst Du auch noch".
Die Halbmarathondistanz passiere ich dann zufrieden in 1:53:39. Also liege ich noch im Marschplan.

Die zweite Hälfte bis Kilometer 42,195 - 
Die Hitzeschlacht erreicht den Höhepunkt mit Happy End

Zu meinem Glück sehe ich am Anfang der zweiten Runde den Zugläufer für 3:44, der leicht im Verzug ist. 
An den hänge ich mich hinten dran. Ich weiß schon von Anfang an, dass das nicht ganz klappen wird ihn bis zum Ende zu begleiten.
Aber wie das Schicksal es will werde ich ihn bei KM 39 wieder überholen...
Ich lasse mich bis KM 26 von ihm ziehen. Bei einer Erfrischungsstelle verliere ich ihn, da er sich nicht erfrischt und nur kurz einen Schluck nimmt. Die kleinen kurzen Pausen an den Erfrischungsständen brauche ich und das wieder Aufholen kostet mir dann doch zu viel Kraft.
Aber nun liege ich für mein 3:59 - Ziel gut in der Zeit. Ich reduziere nun das Tempo und laufe mit Puls um die 150 weiter.
Die lange Gerade zwischen KM 26 und KM 36 mit Wendepunkt bei KM 31 ziehen sich nun fast endlos in die Länge. Mir machen nun  die hohen Ozonwerte zu schaffen, die meine Lunge ätzen. Aber sonst geht es mir erstaunlich gut und passiere Kilometer 30 in 2:44.
Ich kann mir nun Kilometerzeiten von 6:19 erlauben um die 3:59 zu schaffen.

Nun hört man wieder viele Sankas. 350 Läufer sollen laut Zeitungsbericht eine Infusion bekommen haben, aber wenigstens war kein ernsthafter Fall dabei. KM 33 liegt dann sogar eine "Leiche" am Straßenrand. Ein Polizist kümmert sich aber schon Gott Lob um ihn. So müssen wir keine Erste Hilfe leisten.
Bei KM 36 geht es endlich wieder von der ewigen Geraden in die Altstadt hinein.
An der Steinernen Brücke holt mich schließlich die Zugläuferin für 3:59 ein. Sie liegt aber sehr gut in der Zeit. 
Sie muntert mich auf: "Komm lauf mit uns mit!" Ich nehme das Angebot gerne an. Sie ist richtig gut drauf und zieht noch so manchen mit, der verloren glaubte. Ja das ist ein wahrer "Marathon-Engel".
Wieder in den engen Gassen der Altstadt ist noch immer einiges los und selbst die Zuschauer und noch mehr die Musiker schwitzen ganz schön.
Bei KM 39 überholen wir den Zugläufer 3:44, der nun geht. Hat er seine "Schützlinge" vorgeschickt oder ist er selbst ein Opfer der Hitze geworden. Die Antwort bleibt für mich offen.

KM 40 passiere ich unserer 3:59-Gruppe in 3:45. Da weiß ich ,dass 3:59 kein Problem mehr ist und lasse den "Marathonengel" von dannen ziehen. Sie muss wohl auf 3:56 aus sein..
Die letzten beiden Kilometer ziehen sich wie bei jedem Marathon fast unendlich in die Länge. Aber immer mehr Zuschauer feuern uns nun an und untertreiben wie immer die Distanz bis zum Ziel.

Aber die letzten 300 - 400 m lege ich dann den obligatorischen Spurt ein und überquere mit Siegerpose die Ziellinie als 771. in der Zeit 3:57:57. Wir werden dabei namentlich genannt, was mir sehr gut tut. Ich fühle mich wie ein Sieger.
Ja jeder der die Ziellinie eines Marathons passiert ist Sieger, egal ob in 2:12 oder in 5:12.
Ich bin mit der Zeit was die Umstände anbelangt hoch zufrieden zumal ich keinen Meter "gehen" musste.
Aber nächstes Jahr werde ich in Regensburg wegen dieser Hitze, die dort immer zu sein scheint, mal den Halben laufen.

Erwins Bericht vom Regensburg Marathon

Weitere Infos zum Regensburg Marathon 

Zieleinläufe des hinteren Feldes um die 4:30

Ich fotografierte und beobachtete Läufer, die ziemlich weit hinten einliefen. Mir fiel dabei besonders auf wie gut gelaunt und glücklich diese einliefen. 
So mancher legte noch mit totalen Elan ein tollen Schlussspurt hin. Das ist eine tolle Einstellung wie es dieser Sport braucht...

Mails

Wer möchte mit was zum Regensburg Marathon beitragen? Der sende mir einfach ein Mail


:-) Ein Mail von meinem "Marathonengel" (31.5.01)

Hallo Thomas,  hoffentlich erreicht Dich mein mail, denn hier schreibt Dir Dein "Mararthon-Engel". 
Damit Du auch sicher bist, daß ich es bin: weißes LLC-Marathon-Trikot, schwarzes Nike-Kappl aus dem ein blonder Pferdeschwanz hing, blaue Hose mit rotem Seiteneinsatz - und eigentlich keine typische Läuferstatur (etwas zu schwer). 
Ich habe Deinen Bericht gelesen und gratuliere Dir natürlich ganz herzlich zu Deinem erfolgreichen Lauf in dieser Hitzeschlacht!!!!!!!!! Echt klasse!!!!! 
Ich war natürlich nicht auf 3:56... aus, nur hatte ich (bewußt) ein schönes Polster von 3min., da es ja in der 2. Runde erst so richtig zur Sache geht und ich an den Getränkestellen somit genügend Zeit hatte, um die "Pferde" anständig zu tränken. Ich bin übrigens bei 4:00:12 ins Ziel geschossen, weil ich bei km 41 umgedreht bin (natürlich nur, nachdem ich wußte, meine Gruppe schafft es bis in Ziel alleine) und nochmal angefangen habe, einzusammeln. Ich konnte bestimmt noch 20 Läufer motivieren, sich nochmal in Bewegung zu setzen und loszulaufen. Es ist unglaublich, wie das zieht, wenn man denen sagt, sie kommen noch unter 4Std. ins Ziel, wenn sie noch mal loslaufen. Und das ist immer das schönste an der Zugläuferei. Leider brachte ich, wie ja schon erwähnt meinen letzten Schützling bei 4:00:12 ins Ziel, ich habe mich selbst beim Endspurt verschätzt...... 
So nun wünsche ich Dir ein paar schöne Regenerationswochen und weiterhin viel Spaß beim Laufen und hoffentlich ist Deine Knieverletzung nur halb so schlimm. 
Vielleicht bis nächstes Jahr beim Marathon und sollte ich wieder Zugläuferin sein, werde ich mich bemühen, "just in time" zu laufen. 
In diesem Sinne - keep on running und sportliche Grüße 

Birgit Raschke 

  
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