So leicht vielen der erste Teil von der Hand
geht, so problematisch kann beim Marathon der zweite Teil werden.
Dies gilt leider auch für den Swiss Alpine. Aber
zuerst geht es nun auf einer Straße und einem Fahrweg steil bergab, wo wir schnell
vorankommen.
Danach joggen wir wieder ein kurzes Stück entlang der Hauptstraße.
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Schließlich biegen wir auf einen Fahrweg ab, der durch den Canyon des
wildromantischen Landwassertals führt.
Wir laufen dabei mehrmals durch Tunnel, die roh ins Felsgestein reingehauen wurden. Wir
passieren schließlich KM 20 so halbwegs im Zeitplan.
Aber nun machen sich bei Gaby doch erstmals die Strapazen der Strecke bemerkbar.
So kann ich nur die totale Kulisse entlang der Strecke genießen und versuchen sie
aufzumuntern. |
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Schließlich biegen wir auf einen Wanderweg, wo zwar die Landschaft toll
ist, aber man höllisch aufpassen muss, um nicht ins stolpern zu kommen.
Es überholen uns nun zwei Läuferinnen im lockeren Tempo. Ich bin mit der älteren
Dame einig, dass man diesen Lauf genießen muss. |
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Der Weg führt nun rechts der Landwasserschlucht entlang.
Immer wieder öffnen sich Blicke in die Schlucht und die herrlichen Viadukte der
Schmalspurbahn. |
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Schließlich erreichen wir den Wiesener Viadukt, den wir auf nicht
vertrauenserweckenden Brettern überqueren müssen. Ein andere Läuferin hat
Höhenangst. Ein Helfer ist ihr behilflich als sie den Viadukt in der Mitte auf den
Eisenbahnschienen überquert. |
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Ich gucke den Viadukt hinunter. Über 80 Meter unter mir sehe ich einen
wilden Fluss rauschen. Ich mache ein Foto.. Am Ende der Brücke erwarten uns
Fotografen.
Zu ihren Erstaunen lege ich fürs Foto einen frischen, fröhlichen Spurt ein. Nicht alle
Nachzügler sind am Ende ihrer Kräfte, kicher.
Für mich war's bis jetzt nur Sightseeing |
| Die nächsten Kilometer werden aber nun doch noch recht
brutal und ich habe Angst, dass Gaby es nicht durchsteht. Auch mir schmerzen die ersten
Gelenke. Ein schlechter Bergweg geht nun ständig bergauf und manchmal zum Hohn etwas
abwärts um hinter der nächsten Biegung wieder gemein anzusteigen.
Wir fragen uns: "Wann kommt endlich das Schlussgefälle, wie auf den
Streckenplänen beschrieben".
Endlich erreichen wir die letzte Passhöhe und nun geht es stetig bergab. |
Ein Zuschauer ruft uns zu, dass es nur noch 1,5 km
seien.
In Wirklichkeit sind es dann aber noch über vier.
Ich ahne dass das nicht stimmen kann und schweige um Gaby nicht zu demoralisieren.
Schließlich sehen wir Filisur weit unter uns liegen.
Aber wo ist das Ziel?
Wir müssen noch in vielen Kehren zum Dorf hinunterlaufen, queren den Bahnhof den wir
zuerst fälschlich für den Zielbereich halten, da schon so viele Läufer die vor uns im
Ziel eintrafen mittlerweile wegen der Rückfahrt am Bahnhof warten.
Aber bis zum Ziel sind es fast noch zwei Kilometer. Nur wissen wir das nicht.
Ich gucke immer wieder auf die Uhr und merke, dass die Zeit langsam knapp wird. Die
Anzeige nähert sich unweigerlich den magischen vier Stunden und ich versuche Gaby zu
einem schnelleren Laufen zu animieren. Aber die Kraft fehlt.
Kilometer 30 passieren wir dann exakt in 4 Stunden.
Ich hoffe nun, dass sie beim Zielschluss etwas Kulanz zeigen. |
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Das Ziel will einfach nicht kommen. Aber da endlich, nach
sieben weiteren ewigen Minuten treffen wir endlich auf der Ziellinie ein.
Wir freuen uns tierisch, als wir die Medaille für erfolgreiche Finisher ausgehändigt
bekommen.
Lediglich fünf weitere Läufer hinter uns kommen noch in die Wertung, darunter keine
einzige Frau mehr. Danach wird nach 4 Stunden 15 Minuten das Ziel dicht gemacht.
Es laufen jedoch auch noch später weitere Teilnehmer ein. Wenn man bedenkt, dass auf
der Internetseite des Swiss Alpines fälschlich 4 Stunden 30 Minuten als Zielschlußzeit
angegeben wird, ist das der einzige Kritikpunkt, den sich die Veranstalter des an sich so
perfekt und toll organisierten Wettkampfes gefallen lassen müssen. Warum müssen
sie schon so früh "dicht machen"? |
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Glücklich fahren wir, das Ehepaar das gemeinsam durchs Ziel lief, mit der
Schmalspurbahn die Strecke zurück nach Davos.
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Der Sieger des K78 |
In Davos sehen wir dann noch zufälligerweise den Sieger
des K78 Lahcen Ahancel einlaufen. Mensch wie locker der noch einläuft?
Wären doch auch nur so begnadete Läufer.
Na wir hatten unseren Spaß und besuchen noch die Abschlußparty des Swiss Alpine, wo wir
erfahren, dass ein Teilnehmer des K78 noch als Zugabe den über 3400 m hohen Piz Kesch
bestiegen hat und nach 12 1/2 Stunden im Ziel eintraf. |
Meine weiteren Erlebnisse rund ums Laufen
Die
offizielle Seite des Swiss Alpine
Ein interessanter Bericht vom K78 von Michael Krüger |