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Letzte Änderung: 27.08.2006

 

1. Via Carolina
24 h-Nonstop
Prag-Nürnberg
22.07.2006

Bild Mario Wallrath


Zeichen "VC" = Via Carolina

Der Bericht

1. Via Carolina Running  –  313km Nonstop, 33 Etappen, 16 Lauffreunde, 1 Team. Und WM-Stimmung.
 


Prag

Freitag Nachmittag. Die Sonne brennt auf den Wenzelsplatz in Prag. Alle sitzen im Schatten, bei Eis, Eiskaffee oder einem kühlen Pils. Unweit davon machen sich ein paar Jungs um Mario auf zu einem Abenteuer, das man sich kaum vorstellen kann: morgen um die selbe Zeit wollen sie im 313km entfernten Nürnberg sitzen und dort ein kühles Weißbier trinken... zu Fuß!!!

Er war oft nahe am Verzweifeln. Rückschläge, Absagen, Widerstand. Doch er hat niemals aufgegeben. Der in seiner Idee unbeirrbare Super-Mario hat es geschafft! Mit seinem Team von 16 schnellen Läufern, allesamt hoch motiviert und diszipliniert, und den beiden Helfern klappt der Staffel-Lauf in weniger als 24 Stunden. Und das bei bester Team-Laune, trotz der heftigen Strapazen: der heißeste Tag des sowieso schon warmen Sommers, Sonne pur, kein Windhauch, und dazu die Berge. Und jetzt kommt’s: Etappen-Messlatte: „10km in 42min“... (schluck).

Es geht los bei 36°C Hitze, die Sonne brennt in Prags Altstadt. Erste Etappe über die berühmte Karlsbrücke. Wolf-Dieter, legt ein hohes Tempo vor, die Messlatte hoch. Stunden vergehen. Der kühlere Abend tut gut. Ahhh! Jetzt geht es durch die Berge des Böhmerwaldes. Ufff! Zum Glück ist die Nacht kühler. Doch die Sprinter schwitzen auch bei 25°C sehr. Zudem kämpfen sie gegen den Schlaf. Das Kernteam bestehend aus Mario, Marc, Wolf-Dieter, Holger, Thomas und Robert teilt sich die Nachtetappen, immer wechselnd im Auto, begleitend am Rad und selbst laufend. Mancher Läufer wird langsamer als gedacht. Hitze und Berge fordern ihren Tribut. Doch der Coach liegt noch im Plan. Wird es reichen?

Ich hatte mich vor 2 Wochen als Ersatz angeboten, falls „Not am Mann“ wäre. Und das war. Ich bin gut im Lauftraining, die Zeiten (Mönsch Mario, ey) scheinen machbar, doch ich bin diese Woche nicht zum Laufen gekommen, es ist sehr heiß, und meine Strecke etwas hügelig...

Schaumermal. – Ich erreiche Mario vor meiner Abfahrt nicht, bin pünktlich 09:52h eine Stunde vorher an meinem Einsatzort Hartmannshof. Und suche mir ein schattiges Plätzchen. Schwer zu finden und bei bereits 36 trotzdem zu warm. Ich parke unterhalb eines der typischen weißen Felswände am Hang. Nach meiner SMS meldet sich Mario vom Fahrrad: „wir sind 50min zu spät, sorry, warte bitte“. Puh, ich liege im Auto und schwitze. Lässige Musik, alle Türen auf, liege ich am Rücksitz und versuche zu ruhen. Das einzige was sich hier bewegt ist ein Paar Schmetterlinge, die sich in der stehenden Hitze jagen. Hey Jungs, langsam! Mario meldet sich nach einer halben Stunde wieder: Chris ist vor 7min los, in 35min dürfte er da sein. Ich lehne mich an, atme durch, noch ein Schluck vom Zaubertrank und raus in die Welt: Dehnen. Schweißtreibendes Dehnen.

Langsam verlasse ich meine Hanglage. Hanglage? Ja, der Hang und ich auch. Ich bin matt, doch die Begeisterung beginnt mich zu erreichen als Mario ein letztes Mal funkt, und als ich Wolf am Treffpunkt sehe, und bald Holger dazu kommt am Begleitrad # 2. „Praha-Nürnberg - 24 h“ lese ich darauf. Ich parke mein Auto, das mir später nachgefahren wird. Gut organisiert alles! Dann kommt Begleitrad # 1 mit Mario. Handklatschen, und gleich noch einmal von Chris, der rot im Gesicht ansaust, schweißtropfend. Abklatschen, wenig Zeit für Worte. – Joh, jetzt bin ich dran. Schschschwing auf den geteerten Radweg.

Fliegender Wechsel 

Holger redet mit mir, schön uns endlich mal zu treffen. Am Anfang unterhalte ich mich noch 15min mit, dann werden meine Antworten kürzer, bald nur noch zum „Ja“ und „Hmmm“. Ich konzentriere mich, beobachte meinen hohen Puls, will ja das Tempo halten. Während mir Holger aus seinem noch kurzen aber erstaunlich erfolgreichen Läuferleben erzählt nehme ich ein bisschen Fahrt raus. Nur ein bisschen, damit dürfte es 2x 10km lang reichen.

Mein Toast-Dasein

Nach 10min bereits beginnt mein Toast-Dasein: die Sonne von oben, der brennende Asphalt von unten. So muss sich ein Toast fühlen! Nur mein Fahrtwind bringt eine Art Luftbewegung, minimale Kühlung. Lächerlich. Doch die km rollen gut, ich greife immer wieder in Holgers Fahrradkorb mit den Flaschen, trinke was geht und spritze meinen Kopf und das Cäppie nass. 7km und kein Schatten. Vertrocknete Getreidefelder, abgeerntete Stoppelfelder. Immer wieder geht mein Weg um Ecken und bergauf. Gang raus, nicht überhitzen am Berg, sei besonnen, Wüstenlöwe. Oh, hallo Wüste, da bist Du ja wieder...

Wüsten-Feeling

Endlich der erste Schatten am Badesee in Happurg. Holger meint, ich solle mir die Badenixen ansehen. Doch das kühlt nicht wirklich. Ach, und das bisschen Schatten ist auch schon wieder vorbei. Zurück auf den Radweg. Die Luft steht. Der Asphalt flimmert, ebenso die Bundesstrasse, die mal näher mal weiter neben uns ist. Trockene Hitze, meine Füße werden heiß, der Popo auch. Ich krame in meiner Sahara-Erfahrungskiste, gehe über in mein Wüstenatmen. Als 10km vorbei sind, flott und prima in der Zeit, stößt Mario auf Via Carolina-Führungsrad 2 zu uns beiden. Ohne zu wissen sagt er: dieser Atem klingt gut, gefällt mir. Ich beruhige mein fast kochendes Blut mit dem Atem. Es gelingt. So geht’s auf die zweite meiner Etappen, weitere 10km. Puh, not so easy! Ich höre Mario zu. Das Begleitteam um ihn ist müde, groggy. Er muss schon aufpassen, damit er vor Müdigkeit nicht vom Rad fällt. Sagt er.


 Kurz vor dem Ende meiner zweiten Etappe
 

Schlaflosigkeit

Holger und er sehen nicht so aus vom Rad zu fallen. Doch ich glaube es. Sie konnten keine 5min schlafen während der Nacht. Und sitzen können sie nach hunderten von km und mittlerweile über 20 Stunden auch nicht mehr. Ich bin voll bei mir, freue mich zum Team zu gehören, laufe und laufe was eben geht ohne mich zu quälen, denn das kann ich nicht. Zum Glück finden sich jetzt immer wieder schattige Passagen. Holger kennt den Weg gut, ist diese letzten 40km letzte Woche noch mal mit dem Rad abgefahren. Die weißen VC-Markierungen am Teer sind zu sehen. Super-Mario ist begeistert, sein Traum wurde wahr. Fasziniert vom guten Zusammenhalt, den intensivern Kontakten während des Laufs, dem Teamgeist meint er: wir brauchen keine WM, das hier ist mindestens genauso gut.

Yes, Mario Klinsmann-Wallrath. Irgendwie spüre ich das auch. Aber jetzt wieder nach innen gehen: Konzentration, noch 4km. - Die Sohlen brennen, und nicht nur die. Auch die Kehle, der Kopf, die Schultern und irgendwie alles. Nicht schmerzhaft, nur sehr heiß. So, Kinder, durchhaltennnn. Der Lauf ist bald vorüber. In Lauf. Meine Gedanken sind ruhig, spärlich, ich beobachte nur. Aus meiner Raumkapsel, Lauf-Blase, Space Bubble oder wie auch immer. Wir durchqueren den irgendwie recht langen Ort Ottensoos. Fast niemand auf der Strasse hier. Mittagshitze. High Noon. - ...und es geht bergauf.

Coach Mario radelt voraus, organisiert ein Foto. Nur noch wenige Kurven für mich auf dieser nicht ganz so heißen Waldstrasse. Und auf meinen letzten 200m kommt mir schon das junge Lauftalent Sven entgegen. Geschafft! - Abklatschen, und ich gebe ihm diesen Laufspirit mit. Run! Und weg ist er mit nacktem hageren Oberkörper. Ein Läufer halt.


                 Sven (ohne Shirt) übernimmt...

      ... ich lasse in der Hitze ausrollen.

So, jetzt Durchatmen. Waldschatten und Durchatmen. Ich bemerke, ich bin gar nicht außer Puste. Oh, war doch noch ganz okay und gar nicht so schlimm. Aber ist gut jetzt. Die Jungs geben mir zu Trinken aus dem Versorgungsauto mit den Rädern am Dach. Schulterklopfen. Und ich? Ausatmen. Runter kommen. Ruhig werden, Körper. Rolling down. Tschüß Sahara.

Mir geht’s nach 10min schon wieder dezent gut. „Können wir noch was für Dich tun?“ - Ich gieße mir 10 Schluck Wasser über den Kopf aus dem Wasser-Dusch-Kanister. Holger hält ihn für mich hoch. Aaah, gut,  kühl und nass! Dann nehme ich mir noch eine groooße Flasche O-Saft und das Team fährt weiter. Ich sehe ihnen nach. Mein mitgereistes Auto und ich bleiben. Völlig alleine im ruhigen dichten Wald. Schön. Ich genieße das. Die Stille. In mir und um mich. Unendlichkeit. - Bis die Saftflasche leer ist dehne ich mich wie immer. Es geht schon lange von alleine, von innen aus mir heraus. Ja, ich  finde, das war heute eine großartige Stimmung und ich freue mich dazu beigetragen zu haben.

Noch ganz in Gedanken, in der Stimmung...

Erwin

Mehr zu Marios Idee und die offizielle Webseite des Events

 

 

  
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