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Letzte Änderung: 16.05.2013
 
Ganz hinten, da ist der Laufspass...

17. Nürnberger Stadtlauf
03.10.2012

(10km)

 


 

 (Bericht+Fotos: Lionheart Bittel)


...und da sind die wirklichen Sieger des Lebens

 

Der Happy-End Läufer
 

Auch 2012 begleite ich beim 10km + 21km Lauf den Letzten. Und ich bin happy dabei, wie auch "Besen-Radler" Jürgen.
Und wieder coachen einige meiner Lauffreunde Neulinge oder Wieder-Einsteiger auf beiden Distanzen.


Das Wetter ist heuer angenehm, nicht so warm wie 2011. Ansonsten ist alles ist wie immer: Wir treffen uns vor dem Start im dichten Gewimmel am Eingang Opernhaus, 30min vor dem 10km-Start um 11.30 Uhr. Jeder hat sein Orange-Shirt (=Startberechtigung) an, den Zeitmess-Chips am Schuh und wir sammeln uns am Ende des Feldes zum Gruppenfoto. Fragen der Newcomer, und auch sonst gibt es immer so viel zu erzählen, dass wir den Start nicht bemerken. Sowieso stehen wir noch einige Minuten, bis sich der orangefarbene Stau auflöst.

Und los geht's, gaaanz hinten und schön laaangsam. Das ist die perfekte Taktik für jeden.
Als nach 500m das Startgetöse verhallt ist, laufen wir zu zehnt nebeneinander auf der breiten Hauptverkehrs-Strasse der Stadt. Freue Fahrt nur für uns, das gibt es nur 1x im Jahr. Dazu blauer Himmel und Sonne. Bei km1 schaumermal, wer mit welchem Coach läuft? Das "dicke Ende" teilt sich auf in verschiedene Tempos.

Mein routinierter Lauffreund Claus läuft mit, und 50m hinter dem letzten Läufer plaudern wir mit Jürgen: "Mal sehen, was das dieses Jahr wieder Lustiges wird? Mal sehen, wen wir begleiten?" Wer letzter Läufer ist, das wechselt unterwegs. - Jürgen Fahrt ist mit außergewöhnlichen Rädern seit dem 1. Stadtlauf 1995 Schlussfahrzeug: "Und das wird sich auch in 20 Jahren nicht ändern".

Beim 10km-Lauf: Den ersten Läufer müssen wir schon nach 3km in die Abkürzung schicken. Er murrt nicht, hat ja überhaupt nicht trainiert. Er würde das Zeitlimit sprengen. Jürgen begleitet ihn über die Brücke (3km kürzer) und kommt zurück. Heuer ist alles unspektakulär, keine absichtlich trödelnden Teenies wie 2011, oder ein 90jähriger. Wir laufen mit Sandra, aber nur 2km, denn beim km4-Anstieg auf der Brücke überholt sie, weiter sehr konstant trabend. Tschüß! - Kurz darauf (km5) stoßen wir auf "Ursel". Ursula Pfeiffer ist seit Geburt gehbehindert und konnte vor ihrer gewagten Operation vor 5 Jahren keine 500m gehen. Heute erfüllt sie sich einen Lebenstraum: "Ich habe mich für die 10km angemeldet, und ich werde das schaffen". Die sehr kleine Ursel hat unterschiedlich große Füße und Spezialschuhe, handgefertigt. Ab km 8 wird es hart, doch sie kämpft sich durch. Jürgen und ich tun unseren Teil und unterhalten sie. Und es ist genial, wie Ursel "ihren Sieg" auf den letzten 300m erlebt. Schmerzen, Freude und Stolz...

Mir wird wieder einmal bewusst: Nicht jeder kann laufen... "Hinten" schreibt das Leben Geschichten, nicht vorne im Läuferfeld. Ich bin glücklich, das zu erleben und sehr froh gesund zu sein.

Start 10km-Lauf
(alle Bilder hier gratis im Großformat bestellen)


Arbeitskollegen und Teamb-Bittel-Newcomer

Peter Stallbaum  + Klaus Herz: 75 + 68, aber es läuft noch

Zwei Down-Syndrom-Läufer Coaches
und Bernd Van Trill, der Organisator des Fürth-Marathon

Sohn und Papa, "Querläufer" Jochen
 

Der "Besen-Jürgen" und ein Vereinskamerad

Der jonglierende Ingbert Bittel + 2 seiner Kinder

Schwer sich zu finden im Gewimmel am Start

Schattenmänner (besser als der "Mann mit dem Hammer")

Kurz vor dem Start: Gruppenfoto Team-Bittel und Freunde

Unterwegs auf 10km


Gefolgt von den tänzelnden Schattenmännern geht Jongleur Ingbert als Letzter los

Das Läuferfeld ist schon davon geeilt

Langsam angehen lassen

Am Hauptbahnhof

Anfeuern von meinem Teamkollege beim Ironman 2006

Wir  verlassen die Altstadt und das Publikum...

...in der Allee am Prinzeregentenufer

Die Schluss-Eskorte (mit Polizei) erreicht Sandra

km2: Durchs Tunnel zum Wöhrder See

Wir holen Helmut ein (links), der schon sehr schnauft...

...und bald abkürzen muss

Der Schluss-Biker ist selbst Marathonläufer

Drüne am anderen See-Ufer laufen schon die Schnellen...

...während wir bei km 3 Wasser tanken...

...nett gereicht in Pappbechern

Sandra unter der Brücke...

..und bei km4 auf der Brücke. Sie ist nicht mehr Letzte...

...ciao Sandra

So, jetzt bin ich die Letzte, doch nur...

...für ein paar hundert Meter, dann erreichen wir...

...Ursel

Jürgen auf seinem Besen-Fahrrad (mit Notsitz)...

...ein Bussi für seine Frau (Helferin)

Km6, es läuft weiter recht gut...

...für die glückliche Ursel

Noricus-Hochhaus...

...und die Fontäne im See gegenüber

Gemütlich kreuzt sie zum See hinüber...

...zu den Enten

Die liebe Mulu, schnellste Läuferin, die ich kenne (Helferin)

Ursel und Besen-Jürgen...

...unter den Brücken hindurch in die Altstadt

Krakauer Turm

Bunte Fußball-Käfige

Staustufe der Pegnitz
 

Km8: Jetzt geht's steil hinauf...

...das sticht

Um die Lorenzkirche herum

Vorbei am alten Nassauer Haus (12. Jhd.)

Viel Applaus in der Fußgängerzone...

...nach der Lorenzkirche

Nürnberg ist Lebkuchen-City

Km9: Ursel kämpft auf dem letzten km

Das Opernhaus ist in Sicht

Durch den Frauentorgraben an der Stadtmauer entlang

Jetzt sind es nur noch 300m, an der Kehre...

...bei km10: Ziel in Sicht

Ursel hat Ihr Lebensziel geschafft!

Völlig müde Füße, aber stolz + glücklich...

...trifft sie Gert, den ich 2011 begleitete.
Nun löst sich beim Plaudern die Frage auf,
warum der Mann mit Hut sie begleitete:
Ciao Ursel, möge es weiterhin gut laufen! (Hier ihr Blog-Bericht )

Jetzt 30min Pause, und gleich geht es weiter zum Happy-End-Lauf Nummer 2: Start des Halbmarathons ist 13:30 Uhr.


Hier zu Bilder 21km-Lauf

Weitere "Team-Bittel" Nürnberger-Stadtlauf Berichte:  aus 2011  ...und frühere Jahre von dort aus weiterblättern

Detailbericht von Kai (2012)  und 
  Bilder von Brigitte vom Langstreckenteam Großenseebach (2012)

 

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