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Letzte Änderung: 24.07.2012

Viel grün unten, Blick zu den Gipfeln...

22. Swiss Alpine Marathon
28.07.2007



( Bericht+Fotos: Erwin Bittel)


...luftige Stille oberhalb 2.400m

Bericht und Bilder

Hier zu Erwins Läuferfotos 2007

27.08.2007 - Der 22. Swiss Alpine Marathon

 

Sonniges Wetter, 23°C in Davos, 13°C oben am Pass, das sind ideale Swiss-Alpine Bedingungen ! Über 3.100 Starter verteilen sich auf 4 Strecken: 78km, 42km, 28km und 21km.


2002 schrieben wir: "Der Swiss Alpine Marathon ist mit seinen über 2300 Höhenmeter, die auf 78,5 km aufwärts und auch wieder abwärts zu überwinden sind, einer der härtesten Alpenläufe. Wer das aber übersteht und dabei die Augen offen hält, wird durch das Panorama einer einzigartige Alpenlandschaft entschädigt. Dazu zählen tiefe Schluchten, Schwindel erregende Brücken und Abgründe, Eisriesen, Gletscherfelder, Läufer und Zuschauer aus allen Herren Länder und eine urige Bevölkerung, die diese rauen Gegenden besiedelt.
Auch die organisatorische Leistung der Veranstalter, die eine fast 80 km lange Strecke organisieren müssen, ist einzigartig. 
Zu diesen Leistungen gehören auch der An- und Abtransport von riesigen Materialmengen für die Verpflegung der Läufer per Hubschrauber in unzugängliche Hochgebirgsregionen oder die Sicherung und Wiederinstandsetzung des  langen Panorama Trails in 2500 m Höhe. (mehr siehe Swiss Alpine 2002)


Der Bericht von Erwin (K78)

Nach dem „Graubünden Marathon“ fahre ich innerhalb von 3 Wochen ein zweites Mal in die Südost-Schweiz, heute nach Davos, dem 10.000 Einwohner-Bergstädtchen. Ich reise mit der Bahn in diesen Wintersport- und Kurort, übrigens eine prima Zug-Verbindung. Heike, mit der ich die 78km laufen werde holt mich ab. Sie ist bereits seit 10 Tagen hier in der Gegend. Klettertouren auf über 4.000 m sind ihr Hobby. In Davos zu übernachten ist teuer, wie überhaupt alles sehr teuer ist hier. Das merke ich schon bei meinem ersten kleinen „Spezi“. Fast hätte ich übrigens ein Bier bekommen, den Spezi heißt hier eine Biersorte.

Heike und ich laufen zum 2. Mal einen bergigen Ultra zusammen, nach Kempten 2006.

Wir sind um 6:30 h früh dran und finden leicht einen Parkplatz, direkt am Stadion (Start+Ziel). Wie bequem. Es ist angenehm warm, 15°C. Wer will kann im Stadionrestaurant frühstücken, so wie Heike, während sich davor die Menge der Starter sammelt. Ich dehne mich leicht und wir bringen alles nicht Benötigte in Heikes Auto.


Frühstück im Stadion

7:56 h - Vier Minuten vor dem Start

Noch 30 sec...

...das Ende von Heikes langer Vorbereitungszeit

Bis jetzt alles topp organisiert. Was könnte heute kommen? Zu viel Sonne. Etwas Regen und Kälte oben am Pass? Also mit Windjacke oder ohne? Ich beschließe heute „kurz“ zu laufen. Das Wetter wird schon halten.

Start (1.538 m Meereshöhe) – Es geht los

Der Start geht unter die Haut. So cool wie wir 2 Lauferfahrenen uns eingereiht haben, dennoch läuft mir eine Gänsehaut über den Rücken. Rauf und runter. Wir laufen 2x durch Davos, den ganzen lang gezogenen Ort vor mit einer Menge Publikum und Hopp-Hopp-Rufen und wieder zurück. Mit dem Startschuss kam auch die Morgensonne. Heike und ich laufen gemütlich los, lassen uns nicht mitreißen im Strom der losstürmenden Läufer. Zu schnell los. Wie immer. – Wir fast auch, doch ich bremse uns. Gut so.


km1, Anton gesellt sich kurz zu uns

Unter der Rhätischen Bahn durch verlassen wir Davos

Was das Schild „KM78 – 75km“ heißen soll, erfahren wir erst im Laufe der nächsten Stunden. Auf Asphalt geht es im Landwasser-Tal den Bergen entgegen. Die Füße werden warm und wir spüren die Sonne als es nach 7km erstmals bergauf geht. Ich schwitze. Also viel viel trinken heute. Auch wegen der dünnen Luft oberhalb 2.000m. Und immer langsam den Berg hoch, es ist noch weit und es kommen noch viele Höhenmeter. Wir steigen über unzählige Wurzeln und manchmal kleine Wasserläufe. Viele km lang kann man nicht überholen, wir laufen quasi im „Gemse-Marsch“. Meist geht es durch schattigen Wald, zum Glück, bis wir nach 12km Spina erreichen.


km4, bergab ins weite Tal

Viel trinken, es ist warm!

Wunderbare Schweiz, grün, Berge, Himmel

km 7, es geht zum ersten mal bergauf

Gut, dass wir im schattigen Wald laufen...

...auf engen Pfaden...

...im wie ich sage "Gemse-Marsch", Fuß an Fuß...

...bis zum ersten Ort: Spina

Erster Ort: Spina (km12 – 1.587m)

Von weitem läuten uns schon die Kuhglocken entgegen. Zum ersten Mal seit dem Start finden wir Publikum. Und Gaudi. Lustige Burschen und eine begeisterte Alte am geschmückten Ortseingang. Und Hunderte Wanderer am Frühstückstisch entlang der autofreien Hauptstrasse. Wie schön diese Abwechslung nach unseren Waldplaudereien und den Kilometern der Stille. Wir sind fast 2 Stunden unterwegs.


Burschen mit Kuhglocken

Begeistert anfeuernd

Auf einem Shirt lese ich "Siebengebirge". Spontan kommt mir das Märchen von den 7 Bergen, den 7 Zwergen und Schneewittchen in den Sinn. Die Berge sehe ich, die Zwerge laufen hinter uns (sagt die Frau aus dem Siebengebirge), und Schneewittchen Heike läuft schon wieder 100m vor mir, ich muss sehen, dass ich sie wieder einhole.


Heike und "Zwerg" Friedbert

Rauschende Bäche überall

Typischer Weg...

...und endlich wieder ein paar Häuser

Noch immer ist das Feld dicht gedrängt...

...eine lange Reihe (Verpflegungsstelle)

Über den Gletscherbach...

...Steinkunst ("Steinmännchen")

Endlich etwas Schatten und Verpflegung: trinken!

Der lange Weg bis Filisur geht weiter...

...durch ein Tunnel...

...unter Viadukten...

...Blick ins Flussbett...

...mit immer wieder vielen Steinmännchen

Es geht steil und tief runter neben uns...

...noch 55km

Unendlich tiefe Landwasserschlucht

Enge Waldpfade

Heike "Schneewittchen" gefolgt von den 7 Zwergen...

Endlich wieder Verpflegung, 2 Becher trinken

Das Wiesener Viadukt, kurz federndes Laufen...

...statt viel unebenem Wurzelwerk

Bernie winkt noch mal vom Wald-Trail, dann...

...in die offene Sonne und Hitze

Heike Schneewittchen trifft kurz "Siebengebirge"...

...und saust davon

Zweiter Ort: Filisur (km31 – 1.032m) - Tiefster Punkt der Strecke

Es ist ein wahrlich langes Stück bis Filisur. Und es ist sehr warm, das Laufen wird schwer. Was, jetzt schon? Erste Gedanken an das Danach kommen auf. Die Läufer werden still.


Eingang nach Filisur...

...mit kleiner (aber dringend nötiger) Erfischungsdusche

Frühschoppen für Wanderer...

...Erwin kriegt eine Banane, erstes Futter des Tages

Ortsausgang Filisur: es beginnt der langer Weg...

...nach Bergün hoch

Der heiße, steile Weg nach Bergün

Es geht stetig bergauf bis Bergün. Von Davos aus sind wir bis hier bereits 1.000 Höhenmeter auf und wieder ab gelaufen. Die Hitze macht uns allmählich zu schaffen. Und dabei geht es doch jetzt erst richtig los. Bergauf. Wir laufen weiter, nachdem wir kräftig getrunken und etwas gegessen haben. Und bald kommt der „Trail“, wir verlassen die befestigten Wege.


"Nur" noch 45km, doch mit...

...dieser begeisterten Helferin geht's gleich wieder gut

Steinige Wege

Wieder nur ein schmaler Trampelpfad

Wasser aus dem Bergbach (2 Dänen)
<
Drehkreuz am Weg

Bergstrasse mit Blick auf die Berge...

...noch 40km, am Ortseingang Bergün...

...Blick auf was kommt (Kleiderwechsel hier möglich)...

...Bergün, Ausgangsort unseres 4-Std-Aufsteigens

Dritter Ort: Bergün (km39 – 1.365m)


Karibische Limbo Sounds ...

... im Schweizer Bergdorf

Bergün, da ist Stimmung, an jeder Ecke stehen Leute, Calypso-Sound am Dorfplatz, Kinder mit Ballons in der Hand, das fast schon vergessene "Hopp-Hopp" vom Start aus Davos klingt wie ein zweiter, ein neuer Start. Und in der Tat ist es das auch für uns (und den K42). Wir konzentrieren uns. Sind wir fit für die über 1.200 Höhenmeter Aufstieg? 


Laut rauschender Gebirgsbach begleitet unseren Weg...

...nach oben nach Val Tuors

Natur pur, wer es noch bewusst erleben kann

Darauf schauen die Läuferaugen: Wegmarkierung

Aufstieg zur Keschhütte (km53 – 2.632m, höchster Punkt)


Im schnaufenden Bergschritt...

...folgen wir dem Gletscherbach talaufwärts

Streckenposten?

Und viel trinken unterwegs!

Lässige Fans am Wegrand, am Ende der Auto-Strasse
(hinten: die Keschhütte, da müssen wir hoch)...

... und noch lässigere Fans in Chants (den Gipfel im Blick + das Bier fest in der Hand)

Prost mit einem Berg-Schnäpschen...

...und wir müssen weiter: "Keschhütte 2 Std."

Bergblume in der Sonne

La-Ola-Welle in den Berg-Serpentinen

Immer wieder frage ich Heike, die hier schon einige Tage weilt, auf wie viel Höhenmeter wir hier sind. Mir kommt es schon wie dünne Luft vor, ich schnaufe mehr als sonst. Erst auf 1.400m, sagt sie. Na, dann muss es wohl die Hitze, die drückenden Sonne sein. Noch gibt es Waldstücke, doch der Schatten wird rar. Das unebene Laufen macht die Füße müde. Und wann kommt endlich die dünne Luft frage ich wieder einmal laut. Ein paar Zuschauer auf einem Felsen hören es und grinsen. Na, immer noch besser dünne Luft als „ dicke Luft“ sage ich. Oder?

Unsere Füße werden heute sehr gefordert, nach dem Wurzelwerk und manchmal schräg am Hang laufen kommen jetzt die steinigen, stolprigen Wegstücke. Wir laufen das Tal des manchmal laut tosenden Gletscherbachs hoch. Ein grandioser Blick hinauf.


Ist der Weg nicht das Ziel?

Nach 5 Stunden schwere Beine am ewigen Anstieg

Gehen wird zur Anstrengung (Heike lächelt weniger)...

...dafür entschädigt der wunderbare Blick zurück

Ich blicke zurück in das weite Tal, blaue Berge vor grünen Wiesen. Wow! Wir gehen viel, sind längst über der Baumgrenze. Heike ist ruhig, atmet tief. Wie alle.


Über der Baumgrenze

Die Luft wird richtig knapp hier!

Ja, die dünne Luft strengt alle an. Jetzt erst mir sagt Heike, wir sind auf 2.300m Höhe. Erstaunlich, meiner Luft geht es gut. Ich frage mich, scherzhaft, was ist wenn ich jetzt hier sterbe? Wenn mir die Luft ausgeht? Ich diktiere Heike mein Testament und bitte sie es sich genau zu merken. Ich bin fröhlich, fühle mich leicht, laufe easy. Keine Ahnung wieso? Ob das vor dem Sterben so ist? Oder hab ich den Höhenkoller? - Es ist wohl mein Wesen, immer einen Scherz auf den Lippen...


Sonne an der Verpflegungsstelle (über 2.300m Höhe)

Blick zurück auf dieselbe Stelle (weißes Zelt)

Weiß und unbeirrbar...

...rauscht der Gletscherbach vorbei

Blick hoch zur unendlich weit entfernten...

... Keschhütte (2.632m, unser höchster Punkt)

Leise Mundharmonika kurz vor der Hütte

Trio an der Keschhütte

Zum Scaletta-Pass (km60 – 2.606m) – Der Panorama-Trail


Einer der vielen Wegweiser des Swiss Alpine Marathon

Schneewittchen auf 2.632m (hinten: ihr Helikopter)

Nach dem verabschiedenden Blick auf den kleinen Gletscher unterhalb des Piz Kesch (3.400m) machen wir uns auf den „Panorama-Trail” (7km), dem schmalen Weg am steilen Hang, mit vielen steinigen Stolperpassagen und nassen Passagen durch Felsbrocken.


Abschiedsblick zum Gletscher...

...zurück auf den Trail

Konzentration und Aufmerksamkeit sind weiter extrem wichtig, eine Sekunde nicht aufgepasst, stolpert man auf dem Pfad, der oft kaum breiter als ein Fußtritt ist. Rechts geht es sehr steil abwärts. Zum Glück laufen seit 3 Jahren die K42-Läufer einige hundert Meter unterhalb, sonst wäre ein Laufen hier nicht mehr möglich.


Wasserläufe, Geröll, Steine: jeder Fußtritt muss sitzen

Helikopter am Steilhang: Verpflegung oder Rettung?

Ungefährlich: Murmeltier-Loch am Wegrand

Gefährlich...

Heike, an die Höhenluft gewöhnt spielt jetzt ihren „Trumpf“ aus, und wir überholen permanent. Danke an die 80 Läufer, die fast immer kameradschaftlich bereitwillig kurz stehen bleiben, wenn ich rufe „Achtung Überholer“.


Heike (gelb), seit Tagen an die Höhe gewöhnt, überholt

Blick zurück in die Ferne

Mein Blick driftet immer wieder nach rechts ab. Nein, nicht nach unten sondern in die Weite des ruhigen Hoch-Tals. Es ist still hier, ich höre nur meinen Atem.


Vorne: friedliche Weite, das macht mich innerlich ruhig

Hinten: Augenweide Wolken, Berge, grün + blau

Langsam zerstreuen sich Heikes Sorgen, nach ihrem Grippeinfekt und dem Sturz aufs Knie nicht gut durchzukommen. Es läuft gut, trotz weiter dünner Luft. Doch bald wird der lange steinige Abstieg kommen, die Stunde der Wahrheit für ihr Knie. Leider kommt vorher noch eine Prüfung: zu dem mittlerweile heftigen Gegenwind kommt leichter Regen auf, was die Steine rutschig macht und zudem unsere Arme und Hände kalt werden lässt. Hoffentlich kommt bald der Pass! Eine halbe Stunde Kälte und Regen überstehen wir, dann kommt er endlich, der Scaletta-Pass, wo der Rennarzt jeden von uns kurz in Augenschein nimmt, um zu entscheiden, ob er weiter laufen darf. Ich sehe wie er 2 Läufer ins Zelt winkt. Ein paar Leute trotzen dem heftigen Regenwind und feuern uns selbst hier begeistert und mit Namensnennung an (steht auf unserer Startnummer). Und Heike trifft überraschend ihren kleinen Sohn Phillip (6) und Ingo, Ihren Kletter-Freund. Uns friert es! - Weiter, trotz aller Freude, schnell 3 Becher warme Bouillon und raus aus der nassen Kälte, so schnell wie möglich runter ins warme Tal. Noch 17km Bergab-Laufen liegen vor uns.


Heftiger Wind von vorne, es beginnt zu nieseln

Heike trifft überrascht ihren Sohn am Scaletta-Pass

 

 

Der Abstieg nach Dürrboden und Davos

Kurz vor dem Pass sind die K42-Läufer zu uns gestoßen, der steile und extrem gefährliche Trail ist zu voll. Es regnet, windet und es ist kalt. Die schnelleren Marathonläufer drängen uns von hinten, und der Fels ist nass. Dazwischen trollt sich auch noch der kleine Philipp einige Minuten, will mit Mama laufen. Die, selbst sehr gefordert, bremst ihn sofort und schickt ihn zu Ingo zurück. Wir springen wie Steinböcke, immer nahe dem Stolpern, jeder Schritt muss sitzen! 600 Höhenmeter auf 4km "fallen wir förmlich bergab". Wir laufen so eng hintereinander, auch wenn ich Abstand zum Vorderläufer lasse, es ist gefährlich.


Regen, Gegenwind + nasse Steine:
Blick vom Pass nach Davos (17km)...

...und Blick zurück nach 4km und 600 Höhenmeter
 

Mein Absturz

Genau im steilsten und rutschigsten Stück, 3 min nach dem Pass, da passiert es: ein Marathonläufer tritt mir von hinten in die Beine, ich stolpere, auch noch in einer Kurve und falle mit einem Schrei. Heike dreht sich um. Alles steht für eine Sekunde. Und ich sehe mich schon den Felshang runterrollen. Ich falle zwischen rutschige Felsbrocken und rolle irgendwie in einer Art Purzelbaum ab. Meine Rettung. Ich stehe auf, prüfe meine Knochen und Wunden, aber nichts Gravierendes erkennbar. Ich gehe einige Meter, vorsichtig. Es geht. Ich weiß, dass mein Schmerzempfinden nach über 8 Std. Ultralaufen jetzt sehr niedrig ist und ich laufe ganz vorsichtig wieder an, hochkonzentriert nach innen und außen. Ist etwas gebrochen? Gezerrt? - Zum Glück nur kleine Schürfstellen an Knie, Händen und Hüfte. Mal beobachten wie es weiter geht? – Aber es sollte so bleiben. - Gut. Glück gehabt.

So laufen Heike, stets nach Schokolade Ausschau haltend und ich ins Tal. Von Minute zu Minute wird es etwas weniger kalt, dann nur noch kühl, und bald ist es trocken und wieder angenehm warm. Heikes Knie macht Sorgen. Der harte Abstieg. An den Verpflegungsstellen bleiben wir deshalb etwas länger stehen, trinken viel, ich setze mich kurz, schaue die (kleinen) getrockneten Blutläufe an meinen Knien an. Alles irgendwie okay, aber es könnte jetzt wirklich bald zu Ende sein.


Etwas längere Pause, kurze Erholung (mit Schokolade)

 Leicht bergab, die letzten 10km

Noch 10km, es ist jetzt ein sanft bergab gehender Feldweg, auch nicht immer einfach für die Füße, aber endlich können wir wieder frei laufen ohne ständig direkt vor unsere Füße sehen zu müssen. Ein Lauffreund überholt uns, fragt, ob er es noch "unter 10 Std." schaffen kann. Ich denke ja, sage aber nein, um den leicht aufkommenden Ehrgeiz Heikes zum selben Zeitziel zu bremsen. Ja. Und dann ist da auch noch eine Frau kurz vor uns, die wir seit Stunden kennen...

Und so geht es Richtung Davos, vorbei an Gärten, Wanderergruppen und immer wieder auch mal Publikum. Heike muss noch einmal stoppen, ihr Knie beruhigen. Sie ist sauer auf ihr Knie. Noch 5km, noch lange 5km. Ich bereite Heike auf den kleinen bissigen Anstieg bei km75 vor. Was? Wieder gehen, noch mal bergauf und Wurzeln? Nach diesem langen Tag. Aber wir meistern das prima, wie wir uns überhaupt den ganzen Tag perfekt eingeteilt haben.

Ins Ziel

Wir sind wieder in Davos. Endlich hat uns die Zivilisation wieder. Häuser, Asphalt, Publikum entlang der Strasse. Jetzt verrate ich es ihr: "Heike, die Unter-10-Stunden sind leicht zu schaffen". Emotionen kommen hoch, Freude, Erschöpfung, aber mehr Freude. Wir finden immer mehr Publikum am Straßenrand und hören längst den Stadionsprecher. Irgendwas trägt uns ins Ziel, wir fliegen. Es hat geklappt, wir kommen gut und ehrlich lächelnd ins Ziel. Heike ist wieder beseelt und überholt wie beflügelt. Die Stimmung steigt, die schmerzenden Beine schmerzen etwas weniger. Der letzte Kilometer... - Und dann der Einlauf ins grandiose bunte, tobende Stadion. Wir sind überwältigt!


Heike glücklich, erschöpft und gerührt: es ist geschafft!

...ihr Sohn Philipp, Heike, Erwin

Viele Grüße aus der Schweizer Natur,

Euer Erwin (Erwin@team-bittel.de) vom „team bittel“,   einer etwas anderen Laufidee.


Infos: www.alpine-marathon.ch    (dort auch das Streckenprofil)

K78:  798 Männer + 124 Frauen (13%)
K42:  599 Männer + 191 Frauen (24%)
C42:  139 Männer +  51 Frauen  (27%)
K28:  216 Männer + 123 Frauen (36%)
K21:  594 Männer + 340 Frauen  (36%)

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