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Letzte Änderung: 12.11.2003

Team Bittel Medizinische Fragen

Gelenke und Wirbelsäule

Das kleine ABC der Sportverletzungen. Ursachen - Abhilfe - Vorbeugung
Das kleine ABC der
Sportverletzungen
  

Inhalt

Gelenke und Wirbelsäule Muskeln und Sehnen Haut Allergien und Atmung Fragen an den Therapeuten
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Allgemeines Was ist für uns Läufer wichtig

 

Allgemeines

Gelenke

Ein Gelenk verbindet zwei oder mehrere Knochen und nimmt Druck- oder Zugbelastung auf. Überall wo Knochen direkten Kontakt zueinander haben befinden sich Knorpel, die den Druck übertragen und den Knochen schützen. In der Gelenkhöhle befindet sich die Synovia (Gelenkschmiere) die von der Gelenkkapsel selbst gebildet wird. Zur verbesserten Stabilität wird die Gelenkkapsel von Bändern unterstützt. Bei nicht genau übereinstimmenden Gelenkflächen wird die Kontaktfläche durch Meniskus (keilförmige, faserknorpelige Scheiben), Discus (faserknorpelige Scheiben) oder Gelenklippen vergrößert. Schleimbeutel bilden sich dort, wo Muskeln oder Sehnen über Knochenvorsprünge gleiten und verringern die Reibung.

Gelenkstabilität – Gelenkinstabilität

Ein stabiles Gelenk weicht zu keinem Punkt der Bewegung weder nach links, rechts nach vorn oder hinten ab. Instabile Gelenke hingegen weichen in eine oder mehrere Richtungen ab, z.B. das Sprunggelenk "knickt" immer nach innen. Die Wahrscheinlichkeit einer Überlastung durch Druck oder Zug ist somit groß.
Jede Fehlstellung wirkt sich auf benachbarte Gelenke aus und kann dort zu Problemen führen.

Bei anhaltenden Gelenkschmerzen ist immer ein Arzt aufzusuchen !!!

 

Wirbelsäule

Das funktionelle Systeme ist extrem komplex und es sprengt diesen Rahmen um Anatomie und Funktion näher zu erläutern.

Schmerzen können verursacht werden durch die Bandscheiben, die Wirbelbogengelenke, Muskeln, Bänder, Nervenkompression, Gleitwirbel (zwei Wirbel verschieben sich gegeneinander), ein zu kurzes Bein, ein Skoliose (seitliche Abweichung), usw.

Bei anhaltenden Gelenkschmerzen ist immer ein Arzt aufzusuchen !!!

 

Was ist für uns Läufer wichtig

Belastung beim Laufen

Das zwei- bis dreifache unseres Körpergewichtes muss der Fuß, das Knie, die Hüfte und Wirbelsäule bei jedem Schritt aufnehmen. Bergab und beim Sprint noch mehr. Kräftige Muskeln, ein guter Laufschuh und spezielle Laufeinlagen können diese Belastung reduzieren. Beim monotonen Laufen auf völlig ebenem Untergrund ist die Druckbelastung immer an der gleichen Stelle und es kommt leicht zu einer Überlastung.
Ändert sich der Winkel mit dem der Fuß auftritt (links, rechts, bergab, bergauf) so ist die Druckbelastung nicht immer an einer anderen Stelle und somit ist eine Überlastungen auch seltener. Das betrifft nicht nur für den Fuß, sondern auch für Knie, Hüfte und Wirbelsäule zu!

Sind die Gelenke unseres Fußes nicht mehr so stabil, so "knickt" das Sprunggelenk zu weit nach außen (Supination) oder zu weit nach innen (Pronation).

Von Supination spricht man also, wenn sich das Sprunggelenk nach außen bewegt und der restliche Fuß nach innen (Schneidersitz).
Merke Supination = Schneidersitz.
Bei Pronation ist es genau entgegengesetzt, also das Sprunggelenk nach innen und der restliche Fuß nach außen.

Es gibt zwei Möglichkeiten eine einseitige Überlastung zu vermeiden:

  1. Passiv durch einen Laufschuh der gut unterstützt oder orthopädische Laufeinlagen
  2. Aktiv, indem wir die stabilisierende Muskelgruppe trainieren

 

Wie erkenne ich Gelenkschmerzen?

  • Schmerz bei Belastung, d.h. wenn sich bei Entlastung des Beines der Schmerz verringert
  • Es gibt eine oder mehrere Gelenkstellungen in denen kein Schmerz auftritt
  • Schwellung im Gelenk, es hat sich mehr Gelenkschmiere gebildet als normal
  • Bewegungseinschränkung mit Schmerz am Ende der Bewegung
  • Evtl. Temperatursteigerung am Gelenk (ist am Knie und Fuß tastbar und an tiefen Gelenken, z.B. einige Spüren das auch in der Hüfte)
  • Anlaufschmerz, am Morgen, nach längerem liegen bzw. auch längerem sitzen

Tipps:

  • kühlen, z.B. kaltes Wasser, Eispackung bis 3 Minuten
  • Bewegungen, die ohne Probleme und Schmerzen möglich sind (früher hat man Gelenke im Gips oder Armschlinge komplett ruhig gestellt - heute  wird das Gelenk  "funktionell ruhig gestellt")
  • Reduzierung des Trainingsumfanges bzw. Trainingspause
  • Arztbesuch

 

Wie erkenne ich Schmerzen der Gelenkkapsel und Bäder?

A) Traumatisch

  1. Plötzlicher, stechender Schmerz beim Trauma (stolpern, umknicken etc)
  2. Schmerzen bei gleichen Gelenkbewegungen
  3. Bewegungseinschränkung
  4. Schwellung (Hautwärme, Rötung möglich)
  5. Schwellung im Gelenk möglich

Tipps:

  • kühlen, z.B. kaltes Wasser, Eispackung bis 3 Minuten
  • Bewegungen, die ohne Probleme und Schmerzen möglich sind (früher hat man Gelenke im Gips oder Armschlinge komplett ruhig gestellt - heute  wird das Gelenk  "funktionell ruhig gestellt")
  • Reduzierung des Trainingsumfanges bzw. Trainingspause
  • sofortiger Arztbesuch

 

B) Langsam entstanden

  1. Schmerz bei gleichen Gelenkbewegungen
  2. Werden bei längerem Training immer stärker
  3. evtl. punktuell tastbar

Tipps:

  • kühlen, z.B. kaltes Wasser, Eispackung bis 3 Minuten
  • Bewegungen, die ohne Probleme und Schmerzen möglich sind (früher hat man Gelenke im Gips oder Armschlinge komplett ruhig gestellt - heute  wird das Gelenk  "funktionell ruhig gestellt")
  • Reduzierung des Trainingsumfanges bzw. Trainingspause
  • bei anhaltenden Beschwerden Arzt aufsuchen

 

Kann man mit Gelenkschmerzen laufen?  -  Ja und nein!!

Kann man mit Gelenkschmerzen laufen?  -  Ja, aber
Gelenkschonendes Laufen, d.h. mit leicht gebeugten Knie und Hüftgelenken und in der Lendenwirbelsäule ein Hohlkreuz vermeiden. Dieses Gangbild nimmt jeder bei Gelenkschmerzen ein. Jetzt entlasten die Muskeln die Gelenke. Es ist wesentlich anstrengender so zu laufen, es kostet mehr Kraft, man ermüdet früher und ist langsamer.

Tipp:  Je weniger man beim auftreten hört um so gelenkschonender läuft man.

Es dürfen weder während des Trainings noch danach verstärkte Beschwerden auftreten!  Sollte dies dennoch sein, sofort das Training einstellen.

 

Kann man mit Gelenkschmerzen laufen?  -   Nein, wenn
Wenn, die Schmerzen stärker werden, am nächsten Tag Schmerzen, Schwellungen, Bewegungseinschränkungen auftreten.

  
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